Die Kirche und das «Drumherum»
Spannende Führung in und um die Pfarrkirche Arth
Anna Kamer,
Michael Tomaschett, Kunstdenkmäler-Inventarisator des Kantons Schwyz und Lokalhistoriker Erich Ketterer zogen die zahlreich erschienenen Besucher in ihren Bann. Auch für «alt Eingesessene» gabs noch Neues rund um die Kirche zu erfahren.
Nebst dem geschichtlichen Hintergrund zur Bau- und Renovationsgeschichte des imposanten Bauwerkes wurden auch verschiedene volkskundliche Anekdoten zum Besten gegeben. Da durfte auch der legendäre Pfarrer Barmettler nicht unerwähnt bleiben, der oft auf unkonventionelle Art und Weise auf Sponsorensuche ging, um Geld für verschiedene Bauprojekte zu sammeln.
Die Arther Pfarrkirche hat eine interessante Geschichte. Im Mittelalter gab es in Arth zwei Kirchen, St. Georg und St. Zeno, mit je einem Friedhof. Anfangs 14. Jahrhundert erhielten die Arther vom Bischof die Erlaubnis, die beiden bestehenden Kirchen durch einen neuen gemeinsamen Bau zu ersetzen. Im Jahr 1315 wurde in der Mitte des Tales die neue gotische Kirche St. Georg und Zeno erbaut. Diese Kirche stand quer zur heutigen Pfarrkirche.
Ende 17. Jahrhundert wurde die baufällige gotische Kirche abgebrochen. Der Kirchturm blieb erhalten und wurde durch eine Vorhalle mit der neuen Kirche verbunden. Auch der heutige Taufstein stammt aus dieser Kirche.
Nach nur dreijähriger Bauzeit konnte 1697 die heutige Pfarrkirche als erster Barockbau der Region eingeweiht werden. Ein absolutes Meisterwerk, wenn man bedenkt, welche bescheidenen Hilfsmittel wohl zu dieser Zeit für den Bau zur Verfügung standen. Während dem Dorfbrand von 1719 viele Häuser zum Opfer fielen, blieb die damals erst 22jährige Pfarrkirche zum Glück verschont. Im Laufe der Zeit erfolgten verschiedene Renovationen. Seit 325 Jahren prägt das markante, alles überragende Gotteshaus das Arther Dorfbild. Am Kilbisonntag dürfen wir das Jubiläum feierlich begehen.