Pfarrer Francis berichtet von Afrika – Teil 6 «Meine Reisen in Ostafrika»
Am 7. Februar besuche ich am Nachmittag den «Auferstehungsgarten».
Pfarrer Francis,
Dieser grosse Garten, der dem auferstandenen Herrn gewidmet ist, gehört zum Bistum Nairobi und wurde von Cardinal Maurice Michael Otunga gegründet.
Im Garten sind grosse schöne Mosaik-Darstellungen mit Bronzefiguren verschiedener Szenen aus dem alten und neuen Testament und den Kreuzwegstationen zu sehen. Menschen, die Ruhe suchen, können dorthin gehen. Für die Christen ist ein Garten von symbolischer Bedeutung. Adam und Eva wurde z.B. der Garten Eden geschenkt. Vor seinem Leiden und Tod betete Jesus im Garten Gethsemane, wo er den Willen sei-nes Vaters endgültig erkannt hat. Auch die Auferstehung fand in einem Garten statt. (Jo 19, 41) Daher der Name: «Auferste-hungsgarten».
Am Abend fahre ich mit meinem Mitbruder Pater Biju nach Ngong. Dort ist das Priesterseminar, gegründet im Jahr 2018, in dem indische und afrikanische Vinzentiner Theologie und Philosophie studieren. Seit etwa zehn Jahren rekrutiert meine Kongregation auch lokale Kandidaten und im Dezember dieses Jahres wird der erste afrikanische Vinzentiner zum Priester geweiht. Ich darf mit den Seminaristen die Hl. Messe feiern und dort übernachten.
Am nächsten Tag, 8. Februar, fliege ich nach Kisumu. Von dort fahre ich nach Massai Mara Wildlife. Auf einer ostafrikanischen Reise darf eine Safari nicht fehlen. Meine Mitbrüder in Kisumu begleiten mich. Die Masai Mara ist der kenianische Teil der «Serengeti». Serengeti ist ein Wort in Massai Sprache und bedeutet «das endlose Land». Es ist eine Savanne und erstreckt sich vom Norden Tansanias, östlich des Victoriasees, bis in den Süden Kenias, mit einer Fläche von etwa 30.000 Quadratkilometern. Hier leben u.a. Hyänen, Löwen, Leoparden und Giraffen.
Den Fluss Mara bevölkern Krokodile und Flusspferde. Man darf nur mit dazu bestimmten Fahrzeugen hineinfahren. Viele Tiere bekomme ich zu Gesicht, auch Löwen. Sie lassen sich von uns nicht beeindrucken, sie schlafen weiter. Plötzlich erscheint ein Leopard. Scheinbar hat er Hunger, denn er hat ein paar Antilopen von weitem gesichtet. Wir warten, um seine Antilopen-Jagd zu sehen. Dieses Mal hat er keinen Erfolg; die Antilopen sind schneller und klüger.
Einen Tag zuvor hat es geregnet. Bei der Überquerung eines kleinen Baches unterschätzt unser Fahrer die Tiefe des Wassers und den Schlamm des Baches. Der Van bleibt im Schlamm stecken, nichts geht mehr. Weder vorwärts noch rückwärts. Die Mobiltelefone haben kein Netz. Nun gibt es nichts Anderes als zu warten. Nach etwa einer halben Stunde kommt ein Range Rover vorbei und zieht uns aus dem Schlamm. Übernachten und essen werden wir nachher in einem Camp neben dem Safari-Gelände. Freundliche junge Mädchen empfangen uns und im Zelt. singen die Mücken mich in den Schlaf. => Fortsetzung folgt.