Pfarrer Francis berichtet von Afrika – Teil 5 «Meine Reisen in Ostafrika»
Am Montag, 6. Februar 2023 fliege ich mit Kenia Airways über Amsterdam nach Nairobi, der Hauptstadt Kenias.
Pfarrer Francis,
Die Hälfte meines Gepäcks besteht aus Schokolade. Ich musste mich vorgängig gegen Gelbfieber impfen lassen und hatte online die nötigen Visa besorgt. Als Tourist bekommt man ein East-African-Visum und damit darf man in drei Länder – Kenia, Uganda und Ruanda – einreisen. Für Tansania benötigt man ein Zusätzliches.
Am nächsten Tag früh morgens lande ich in Nairobi. Alles hat gut und schnell funktioniert. Bei der Einreisekontrolle habe ich mich als Priester vorgestellt und dann waren alle äusserst freundlich. Diese Erfahrung mache ich immer wieder.
In Dar-es-Salam, Tansania, wünschen sich die Zollbeamten ein Segensgebet von mir. In Amsterdam fragt mich ein junger Beamter, was ich in der Schweiz mache, und ich antworte, dass ich ein katholischer Pfarrer bin. Da wünscht er mir alles Gute für meine Arbeit und bittet um mein Beten für ihn. Solches erlebt man nicht bei jeder Reise.
Am Flughafen Nairobi holt mich Pater Biju ab. Er ist der Regional Superior aller Vinzentiner, die in Ostafrika arbeiten. Er organisierte alle meine Reisen in Ostafrika. Die meisten der jungen, indischen Vinzentiner, die in Ostafrika arbeiten waren meine Philosophiestudenten in Indien. Damit sind meine Reisen und Unterkünfte immer in bekannter Gesellschaft. In Kenia sprechen fast alle Englisch. Das sind die Überreste der Kolonialzeit. Die Kommunikation mit den Leuten läuft problemlos. Und die Wörter in Suaheli «Karibu» (willkommen) und «Asante» (Danke) lernt man schnell.
Pater Biju fährt mich nach Lavington (etwa eine halbe Stunde vom Flughafen entfernt). In Lavington haben die Vinzentiner ein Exerzitienhaus, wo viele Gläubige täglich für Gebete und Gespräche zu den Priestern kommen – wirklich viele.
Jeden Samstag gibt es ein spirituelles Tagesprogramm mit Predigten, Anbetung, Rosenkranz und Hl. Messe. Dort gibt es eine grosse Kirche und davor ein riesiges Zelt. Insgesamt sind es ca. 3000 Sitzplätze, die meistens alle besetzt sind.
Vier Tage später, am Samstag, 11. Februar 2023, darf ich mit dieser Gruppe die Hl. Messe feiern und eine kurze Predigt halten. Mit 3000 Personen die Hl. Messe zu feiern ist eine sehr bereichernde Erfahrung für einen Priester, der in Europa arbeitet.
Die Afrikaner sind sing- und tanzfreudig. Bei jedem Gottesdienst wird viel gesungen und getanzt. Bei der Gabenbereitung werden die Gaben wie Früchte und Gemüse, aber auch das Opfergeld tanzend nach vorne gebracht und vor dem Altar hingestellt. Der Chor trägt eine bunte Uniform und zum Singen gehört auch das Tanzen.